© Thomas Stephan

Wilde Buchenwälder

Frühling im Steigerwald

Mitteleuropa wäre von Natur aus ein Waldland, ein Land der Buchenwälder. Von der einstigen Pracht alter und mächtiger Buchenwälder sind leider nur noch Reste erhalten – Inseln inmitten der heutigen Kulturlandschaft, Perlen der Natur. Eine dieser Perlen liegt im Steigerwald. Wir wandern und radeln durch Weinlandschaften und ursprüngliche Wälder.

Auf dieser Wanderwoche möchten wir Ihnen den Lebensraum der Buchenwälder mitsamt seinen Bewohnern (noch) näher bringen. Sie erfahren Interessantes aus Fauna und Flora, über Geologie und Kultur. Hier findet sich manche botanische Rarität, wie Orchideen, sowie eine Vielfalt an Pilzen, Käfern und Schmetterlingen. Bewundern Sie die uralten und mächtigen Baumriesen sowie filigrane Pilz-Kunstwerke.

Bereits im 4. Jahr führen wir diese Reise in Kooperation mit dem Freundeskreis Nationalpark Steigerwald durch. Anregungen ehemaliger Teilnehmer wurden beherzigt, erstmals bieten wir eine Kombination aus Wandern und Radfahren mit Pedelecs an. Demonstrieren Sie durch Ihre Teilnahme den verantwortlichen Kommunal- und Landespolitikern und der Bevölkerung vor Ort, wie wichtig die Einrichtung eines Nationalparks Steigerwald ist. Den Steigerwald finden wir zwischen den Weltkulturerbeorten Bamberg und Würzburg, eine Anerkennung der wertvollen Waldflächen als Weltnaturerbe ist naheliegend.

Unterbringung: Landhaus Oberaurach in Oberschleichach (2 Nächte), Historikhotel Klosterbräu in Ebrach (3 Nächte)

Zielbahnhof: Haßfurt Bahnhof (Anreise); Abreise ab Bamberg Hauptbahnhof

1. Tag (So, 22.04.18): Anreise nach Eschenau

Individuelle Anreise nach Oberschleichach/Gemeinde Oberaurach bis 13:30 Uhr. Für Bahnreisende wird ein Transfer ab Haßfurt Bahnhof organisiert (um 12:45 Uhr). Begrüßung durch Ihren Reiseleiter. Nachmittags Wanderung zum Ebersberg mit Aussicht in das Maintal. Auf dem Rückweg kommen wir noch am Naturschutzgebiet Mordgrund vorbei.

GZ 2,5 h, 8,5 km, ↑ 200 Hm

2. Tag (Mo, 23.04.18): Wanderung auf dem „Schlangenweg“ & Besuch beim Winzer

Über zahlreiche Wegschleifen wandern wir auf einem schmalen Pfad durch tief eingeschnittene Seitentäler des Böhlgrunds. Hier hat sich ein Stück Waldnatur so rein und unverfälscht erhalten, dass es dem Rest der Welt wie entrückt erscheint. Am Nachmittag werden wir von einem Winzer durch seine Steilhanglagen, mit teilweise 100 jährigen Rebstöcken geführt, anschließend probieren wir seine Weine bei einem kleinen Imbiss.

GZ 6 h, 16 km, ↑↓ 450 Hm

3. Tag (Di, 24.04.18): Ausflug mit dem Pedelec in das Steigerwaldvorland

Wir radeln durch das Steigerwaldvorland nach Sulzheim zu einem Naturschutzgebiet mit Gipshügeln, oder zum Naturschutzgebiet Riedwald. Erich Rössner, einer der besten Kenner dieser Flächen, wird uns etliche seltene Frühjahrsblüher zeigen. Über Gerolzhofen und Handthal fahren wir durch den Hohen Buchenen Wald nach Ebrach. Abends ggf. Organisation eines Transfers nach Oberaurach zu Ihrem Auto.

FZ 4 h, 50 km, ↑↓ 420 Hm

4. Tag (Mi, 25.04.18): Hohen Buchener Wald

Von Ebrach fahren wir durch den Hohen Buchenen Wald über Geusfeld nach Kleinengelein, zu einem der ältesten Buchenbestände Deutschlands. Mittagspause in Theinheim im Brauereigasthof  Bayer. Nachmittags fahren durch einen abwechslungsreichen Buchenwald weiter zur Mittelebrach mit einem interessanten Biberstandort. Danach bietet der Winkelhofer Forst noch ein paar natürliche Schönheiten, wir fahren durch das Naturschutzgebiet Weihergrund zurück nach Ebrach.

FZ 4,5 h, 51 km, ↑↓ 950 Hm

5. Tag (Do, 26.04.18): Naturwaldreservat Brunnstube

Vormittags besuchen wir ein Naturwaldreservat (Brunnstube oder Waldhaus), Ralf Straussberger wird uns hier führen, er ist Waldreferent beim BN Bayern.

Am Nachmittag Führung in Ebrach durch die Klosterkirche und den Spiegelsaal. Anschließend Besuch der Ausstellung Wilde Buchenwälder, Ulla Reck (vom Freundeskreis NP Steigerwald) wird über den aktuellen Stand der Diskussion zum Nationalpark Nordsteigerwald informieren.

GZ 2 h, 5 km, ↑↓ 100 Hm

6. Tag (Fr, 27.04.18): Abreise

Individuelle Abreise. Bahnfahrer können z. B. den frühen Bus zurück nach Bamberg nehmen.



Wetterbedingte oder durch sonstige, unvorhersehbare Ereignisse notwendige Programmumstellungen müssen wir uns vorbehalten!

  • 5 x ÜN im DZ inkl. Frühstück
  • 5x Abendessen
  • 3x Lunchpaket
  • Weinprobe & Vesper beim Winzer
  • Weinbergsführung beim Winzer
  • Transfers und Wanderungen lt. Programm
  • Klosterführung in Ebrach
  • Pedelecs/E-Bikes an den Tagen 3 und 4
  • Qualifizierte BUND-Reiseleitung
  • Naturwanderführer Steigerwald
  • „Nationalpark“ Magazin + Probeabo

Zielbahnhof: Haßfurt Bahnhof (Anreise); Abreise ab Bamberg Hauptbahnhof

Anreise: Individuelle Anreise nach Oberschleichach/Gemeinde Oberaurach bis 13:30

Uhr. Für Bahnreisende wird ein Transfer ab Haßfurt Bahnhof organisiert

(um 12:45 Uhr).

Günther Oltsch

Pädagoge und Mitarbeiter im Freundeskreis Nationalpark Steigerwald

Dr. Ralf Straußberger

BN Waldreferent

Nationalpark Magazin

Leserreise

Unterwegs zum Nationalpark Steigerwald

Spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte eines Nationalparks

Deutschland wäre von Natur aus ein Waldland, ein Land der Buchenwälder. Doch von der einstigen Pracht alter und mächtiger Buchenwälder sind heute nur noch kleine Reste erhalten. Einige sind mittlerweile als Nationalparke oder gar Weltnaturerbestätten geschützt und dadurch bekannt geworden. Andere Schätze in unserer Heimat können leicht übersehen werden, weil sie noch keinen derartigen prestigeträchtigen Titel tragen. Eine dieser bislang noch weitgehend unerkannten Perlen liegt im Herzen Frankens, im Steigerwald. Dort wird seit fast acht Jahren intensiv um die Auszeichnung als Nationalpark gerungen. Seit 2007 werben der BUND Naturschutz und der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald mit einer Vielzahl von Veranstaltungen für einen Nationalpark Steigerwald. Eine gute Gelegenheit diese Naturschätze im eigenen Land kennenzulernen bieten die BUND Reisen, die dazu einladen den künftigen Nationalpark Steigerwald und dessen hoch spannende Entstehungsgeschichte kennenzulernen. Im Rahmen einer Frühjahrs- und Herbstreise können die urigen Laubwälder – eingebettet in eine reiche Kulturlandschaft erkundet werden.

 Reiche Kultur- und Naturschätze im Steigerwald

Zwischen den beiden Weltkulturerbestätten Bamberger Altstadt und die Würzburger Residenz gelegen gibt es im Steigerwald viele Kulturgüter zu bewundern, wie z.B. die Burgruine Stollberg, das Schloss Oberschwappach oder das ehemalige Zisterzienserkloster in Ebrach. Die berühmte Klosterkirche in Ebrach zählt mit ihrer farbenprächtigen Fensterrosette zu den bedeutendsten Werken der Frühgotik in Deutschland. Seit der Klostergründung im Jahr 1127 waren die Ebracher Zisterziensermönche mit ihrem 700-jährigen Wirken dafür verantwortlich, dass die Laubwälder mit dem alten Baumbestand erhalten wurden. So war es möglich, dass bei Ebrach zwei einzigartige Juwelen unter den deutschen Buchenwäldern erhalten werden konnten. Die beiden Naturwaldreservate können von Ebrach aus gut erwandert werden – für das Betreten bedarf es einer besonderen naturschutzrechtlichen Genehmigung.

 

Einzigartiger Artenreichtum im Naturwaldreservat Waldhaus

Das Naturwaldreservat Waldhaus erreichen wir von Ebrach auf einem idyllischen Wanderweg, der von uraltem Bäume und Weihern gesäumt wird. Die Weiher zeugen noch heute von der enormen Kulturtätigkeit der Zisterzienser Mönche, die hier Fischzucht betrieben haben. An den Teichen, die schon lange im Staatsbesitz sind, tummeln sich zahlreiche Wasservögel und Amphibien. Mit etwas Glück kann man hier den scheuen Schwarzstorch, den blau funkelnden Eisvogel oder den Biber beobachten, der sich hier seit einiger Zeit angesiedelt. Im Naturwaldreservat Waldhaus selbst sind die Bäume seit fast 40 Jahren vor dem Einschlag verschont. Es gilt mittlerweile als eines der am besten untersuchten Waldgebiete Deutschlands, in dem man viel über den natürlichen Artenreichtum von Buchenwäldern herausfinden konnte. Mit dem Alter der Bäume und der Dauer der Nutzungsfreiheit wuchs die Palette der Arten: sie reicht vom auffälligen Zunderschwamm bis zum bizarren Ästigen Stachelbart, der wie blühende Eiskristalle morsche Buchenstämme überzieht. Auf der ehemaligen Kernfläche des Naturwaldreservats mit ihren bis zu 300 Jahre alten Buchen herrscht eine immense Artenfülle. Allein auf diesen zehn Hektar Buchenwald wurden 407 Großpilzarten, 349 Nachtschmetterlingsarten und 289 holzbewohnende Käferarten festgestellt. Hier leben auch 15 der 24 in Bayern heimischen Fledermausarten. Auch wenn wir nur wenige dieser zumeist stark gefährdet Arten beobachten können, lohnt allein schon der einmalige, urige Waldcharakter einen Besuch. Vom Naturwaldreservat können wir einen Abstecher zum Weinort Handthal machen: ein Klassiker unter den Wanderungen im Steigerwald. Der am Steigerwaldrand gelegene Weinort Handthal ist ein beliebtes Ausflugsziel und für seine zahlreichen Weinstuben bekannt. Auf einem Rundweg um Handthal eröffnen sich uns von verschiedenen Aussichtspunkten wie der Ruine Stollburg oder dem Magdalenenkreuz traumhafte Blicke ins Steigerwaldvorland.

 Unterwegs zu den Schaufelbuchen im Naturwaldreservat Brunnstube

Über einen idyllischen Panoramaweg können wir von Ebrach auch das Naturwaldreservat Brunnstube erreichen. Auch hier ist die Kernfläche des Reservates nur wenige Hektar groß und wird durch einen über 200 Jahre alten Buchenbestand geprägt. Sehenswert sind hier vor allem die über 300- bis 350-jährige Buchen, die sogenannten „Schaufelbuchen“. Die Schaufelbuchen durften im Steigerwald richtig alt und dick werden, weil aus ihnen Getreideschaufeln „aus einem Stück“ gefertigt wurden. Eine dieser Schaufelbuchen haben die Nationalparkfreunde „Napoleonbuche“ getauft. Dieser Baumgigant war schon ein stattlicher Baum mit 150 Jahren - und damit älter als die meisten Buchen im heutigen Wirtschaftsforst werden dürfen - als Napoleon 1806 mit seinem Heer durch den Steigerwald zog. Die Uralt-Buchen im Naturwaldreservat Brunnstube erreichen immense Durchmesser von bis zu 135 Zentimetern (gemessen in 1,3 Meter Höhe). Es sind mehrere Personen notwendig, um solchen Methusaleme „gemeinsam umarmen“ zu können. Dieser einmalige urwaldartige Buchenwald bietet zahlreichen Tier-, Pilz- und Pflanzenarten einen Lebensraum, wie er im Wirtschaftswald so nicht existiert. Ab dem Spätwinter können wir hier Grau-, Schwarz- und Mittelspecht bei der Balz und dem Höhlenbau beobachten. Auch der ansonsten sehr seltene und wunderschön anzuschauende Halsbandschnäpper findet hier in den vielen alten Bäumen genügend Höhlen für seine Jungenaufzucht. Im Herbst ist hier mit dem seltenen Igelstachelbart außerdem ein attraktiver Pilz zu finden.

 Auf verschlungenen Wegen durch die Schluchtwälder

Der Nord- und Westrand des Steigerwaldes ist von einigen markanten Gipfeln geprägt, die sich bis zu 250 Meter markant aus dem mainfränkischen Vorland erheben. Dort thronten früher Burgen hoch über den tief eingeschnitten Schluchten und Tälern. Die Schlangenweg-Wanderung im Böhlgrund gehört sicher zu den landschaftlich reizvollsten Waldwanderungen im gesamten Steigerwald. Von Zell am Ebersberg, das auch für seine Weinstuben bekannt ist, führt uns ein wunderschöner, schmaler und geschlängelter Fußpfad bergauf durch die Schluchtwälder im Nordsteigerwald. Über unzählige Wegschleifen erwandern wir uns immer neue Einsichten in die tief eingeschnittenen Seitentäler des Böhlgrundes. Nur einen Steinwurf entfernt vom dicht besiedelten Maintal hat sich hier ein Stück Waldnatur so rein und unverfälscht erhalten, dass es dem Rest der Welt wie entrückt scheint. Mit etwas Glück begegnen wir auf unseren schattigen Wegen Feuersalamander und Springfrosch. Schon der berühmte Tierfilmer und Naturschützer Bernhard Grzimek hatte eine enge Verbindung zum Steigerwald. Grzimek hatte das große Potential des Steigerwaldes erkannt und dem BUND Naturschutz eine Teilfläche des heutigen Naturschutzgebietes Prüßberg geschenkt, das der BUND Naturschutz als Morgengabe in einem künftigen Nationalpark einbringen wird.

Details zu den Naturschätzen, Wandertouren und Gastronomie im Oberen und Nördlichen Steigerwald finden sich im dem Wanderführer des BUND Naturschutz „Unterwegs zum Nationalpark Steigerwald“. (Bei Teilnahme an einer der BUND Reisen im Reisepreis enthalten)

Gruppen-Größe

12 - 15 Personen

Schwierigkeit

Stufe

Mehr Informationen >

Stufe 3

Mittlere Exkursionen / Wanderungen
  • ca. 6 Stunden Gehzeit
  • maximal 800 m Höhenunterschied
  • Einwandern vor der Reise ist sinnvoll (Kondition)
  • feste Wanderschuhe und Wanderkleidung sind notwendig

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