Eingebettet zwischen sanften Hügeln, tiefen Tälern und rauschenden Bächen, liegt ganz im Westen von Deutschland, nahe der niederländisch/belgischen Grenze, der Naturpark Nordeifel. Dessen Herzstück ist der 2004 eröffnete, erste und bisher einzige Nationalpark in NRW. Erleben Sie mit uns wie sich der noch recht jungen Entwickungsnationalpark in Zeiten des Klimawandels mit unserer Unterstützung zur Wildnis von morgen entwickelt. Bis 2034 haben wir dazu noch die Möglichkeit, von da an gilt auf 75 % der Fläche das Motto: Natur, Natur sein lassen.
Schon heute bietet der Nationalpark auf 110 Quadratkilometer mehr als 11.200 Arten einen Lebensraum: in naturnahen Laub- und Mischwäldern, artenreichen Wiesen, beeindruckenden Felsen und natürlich fließenden Bächen. Zwischen dem höchsten Punkt bei Wahlerscheid (625 m ü. NN) und dem niedrigsten bei (173 m ü. NN) bei Zerkall verläuft einmal quer durch den Nationalpark der „Wildnistrail“. Er stellt nicht nur eine Nord-Südachse dar, sondern bildet auch die unterschiedlichen Habitate hervorragend ab. Bei dieser Reise folgen wir ihm oft, um ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen.
Das an den Naturpark angrenzende Hohe Venn ist ein einzigartiges Hochmoorgebiet von europaweiter Bedeutung. Es liegt auf deutschem und belgischem Gebiet. Die Landschaft mit ihren weiten Moorflächen, Heidegebieten und stillen Gewässern entstand vor über 10.000 Jahren und ist Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen wie Birkhuhn und Sonnentau. Holzstege führen durch diese Landschaft, die gerade im Herbst durch ihre Farbenpracht und stille Atmosphäre ein beindruckendes Naturerlebnis schafft.
Die Geschichte der Eifel - mit der traditionsreichen Tuchmacherstadt Monschau, dem Kloster Maria Wald und den Schrecken der NS-Zeit rund um die Hürtgenwaldschlacht und die Ordensburg Vogelsang - wird uns während unserer Wanderwoche ebenfalls begleiten. „Geschichte erfahren. - Natur erleben. - Zukunft gestalten.“ Dies ist heute das Motto auf dem Gelände der ehemaligen "NS-Ordensburg". Und passt auch wunderbar zu unserer Reise in den Nationalpark.
Hinweis zu den Wanderungen: Wir unternehmen Wanderungen, die eine gute Kondition für bis zu drei bis fünf Stunden Gehzeit und ca. 350 bis 500 Höhenmeter im Auf- und Abstieg voraussetzen.
Unterkunft: Sie sind in der gemütlichen Pension Diefenbach untergebracht, in Heimbach Hasenfeld im Nationalpark Eifel. Heimbach ist ein idealer Ausgangspunkt für unsere Reise. Frühstück und Abendessen in der Unterkunft. Es besteht die Möglichkeit sich ein Lunchpaket zu packen.
Anreise/Zielbahnhof: Heimbach (Eifel) – erreichbar über Köln und Düren
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die Fahrten mit dem ÖPNV nicht inkludiert sind, da mittlerweile viele unserer Gäste das Deutschlandticket besitzen, welches diese Fahrten abdeckt. Sollten Sie kein Deutschlandticket haben, müssten Sie mit etwa 10-20 Euro für die Bus- und Bahntickets rechnen. Ihre Reiseleitung wird am Anreiseabend abfragen, wer Tickets benötigt, diese gesammelt kaufen und mit den jeweiligen Reisegästen abrechnen.
© Pension Haus DiefenbachPension Haus Diefenbach: Gemütlichkeit trifft Natur.
Umgeben von den Wäldern und Seen des Nationalparks Eifel bietet die kleine Pension helle Zimmer, Ferienwohnungen und eine Blockhütte. Das Familienunternehmen besticht vor allem mit seiner Lage (samt Aussicht auf das Heimbacher Staubecken von der Panorama-Terrasse) und diversen Annehmlichkeiten für die Gäste: So gibt es neben den hellen Zimmern auch eine Sauna mit Ruhebereich, ein Restaurant, in dem vor allem regionale Gerichte serviert werden, einen Garten mit Obstbäumen und Liegewiese und einen kleinen Selbstbedienungsbereich für den Lieblingsdrink am Abend.
Die Zimmer
Die 14 Zimmer sind mit Doppelbetten ausgestattet und bieten teilweise einen Süd- oder Westbalkon mit herrlicher Aussicht. Die Badezimmer wurden 2012 renoviert und sind mit Dusche und WC ausgestattet. Alle Zimmer bieten gratis WIFI, Radio und TV.
Das Restaurant
Das hauseigene Restaurant bietet ein Frühstücksbuffet und von Donnerstag bis Samstag auch ein regionales und saisonales Abendbuffet an. Frühstück gibt es zwischen 7:30 Uhr und 10 Uhr, zur Wahl stehen u.a. verschiedene Backwaren, Käse, Wurst, Obst, Joghurt, Rührei, Frühstücksei, Säfte, Kaffee und Müsli. Das Abendbuffet bietet immer auch vegetarische Speisen, wird frisch gekocht und vom Chef selbst zubereitet. Dabei werden auch Kräuter, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten verwendet, wie z.B. Radieschen, Feldsalat, Rosmarin, verschiedene Blüten, Äpfel, Birnen und Pflaumen.
Nachhaltigkeit
Die Pension legt großen Wert auf eine nachhaltige Ausrichtung. Das zeigt sich an den verschiedensten Stellen: So wurden z.B. in den Bädern Wassersparvorrichtungen eingebaut, der Garten wird mit Regenwasser bewässert, es gibt ein Insektenhotel, die Nutzung von Einwegverpackungen wird so weit wie möglich reduziert und für die Energieversorgung ist eine Photovoltaikanlage vorhanden. Im Bereich Mobilität sind ein Abholservice vom Bahnhof oder Ladesäulen für E-Bikes hervorzuheben.
© Pension Haus Diefenbach
© Pension Haus Diefenbach
© Pension Haus Diefenbach
© Pension Haus Diefenbach1. Tag: Anreise
Individuelle Anreise bis 16 Uhr.
16:30 Uhr. Erstes Kennenlernen und Vorstellung des Wochenprogramms. Erste Informationen zum Nationalpark Eifel und dem Naturpark Hohes Venn – Eifel in dem wir in den nächsten Tagen unterwegs sein werden. Anschließend gemeinsames Abendessen.
2. Tag: Monschau - Höfen-Wahlerscheid nach Einruhr
Unser Bus bringt uns nach Höfen, wo wir eines der Nationalparktore besichtigen. Interaktive und multimediale Darstellungen geben uns einen ersten Eindruck in die Thematik „Narzissenrausch und Waldwandel“, die wir auf der heutigen Etappe weiter vertiefen wollen. Nach der Besichtigung fahren wir weiter zum südlichsten und höchst gelegenen Punkt des Nationalparks nach Wahlerscheid. Dort startet unsere Wanderung, die uns entlang der Narzissen und Bärwurzwiesen und durch große Fichtenbestände ins idyllische Wüstebachtal führt. Hier kooperieren Nationalpark, FFH, Natura 2000 und Biologische Station, um den Fortbestand dieses einzigartige Habitat zu sichern. Besondere Arten sind unter anderem: die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel oder der Blauschillernde Feuerfalter, ein extrem seltener Schmetterling.
Über die Dreiborner Hochfläche gelangen wir auf den Schöpfungspfad. Dieser lädt an mehreren Stationen dazu ein, innezuhalten und die angebrachten Texte auf sich wirken zu lassen.
Auf schmalen Pfaden und entlang alter Schieferstollen, erfahren wir welche Rolle „die Leyen“ für die Menschen, ihr Handwerk und ihren Häuserbau spielten. Heute bieten diese Bergwerke vielen seltenen Fledermausarten ein Quartier. Über einen schönen Waldpfad und vorbei an einer liebevoll eingerichteten Waldkapelle gelangen wir zur Erkensruhr. Diese führt uns zum ersten Etappenziel der Woche nach Einruhr.
GZ ca. 5 h, ca. 12 km, ↑ ca. 150 Hm ↓ ca. 450 Hm
3. Tag: Meuchelberg - Schifffahrt auf dem Rursee
Durch das kleine beschaulich anmutende Heimbach gelangen wir auf den Sagen umwogenden Meuchelberg. Er ist ein Natura 2000 Gebiet. Der Eichenniederwald mit seiner üppigen Vegetation ist Heimat der Spanischen Flagge, einem seltenen Schmetterling. Und die Schieferwände bilden ein perfektes Habitat für die Mauereidechse am nördlichsten Rand ihres Verbreitungsgebietes. Vom Meuchelberg hat man eine wundervolle Aussicht auf die Burg Hengebach und das Jugendstilkraftwerk Heimbach. Im Anschluss fahren wir mit dem Schiff über den Rursee, entlang des Ufers des Nationalparks bis nach Rurberg. Im NP-Tor Rurberg mit dem Thema „Lebensadern der Natur“, erfahren wir einiges über die wasserliebenden Bewohner des NP, wie z.B. dem Biber als Baumeister im Dienste des Nationalparks. Das Schiff bringt uns dann wieder zurück zur Staumauer Heimbach. Wir genießen einen letzten Blick über den See und treffen nach kurzem Fußweg wieder in unserer Unterkunft ein.
GZ ca. 4 h, ca. 9 km, ↑ ca. 200 Hm ↓ ca. 200 Hm
4. Tag: Vogelsang - Wollseifen - Einruhr
Dieser Tag steht im Zeichen der Geschichte.
Mit dem Bus werden wir nach Vogelsang gebracht. Geschichte erfahren. - Natur erleben. - Zukunft gestalten. Dies ist heute das Motto auf dem Gelände der ehemaligen "NS-Ordensburg", später "Camp Vogelsang". Dort erwartet uns ein Referent, der uns bei einem Rundgang über das Gelände der ehemaligen NS-Ausbildungsstätte die Zusammenhänge und geschichtlichen Fakten erklärt. Nach dem Rundgang besteht die Möglichkeit das Thema in der Ausstellung „Bestimmung Herrenmensch“ zu vertiefen, oder alternativ die Ausstellung „Wildnisträume“ zu besuchen. Diese stellt auf eindrucksvolle Weise die Zusammenhänge der Flora und Fauna im NP dar. In ihrer ganzen Pracht und Fülle.
Wir genießen noch einmal den Ausblick auf den Urftstausee unter uns, an dessen Ufer sich der Kermeter erhebt, bevor wir zur Wüstung Wollseifen aufbrechen. Die verbliebenen Gebäude lassen schon die erschütternde Geschichte des Dorfes während und nach der NS-Zeit erahnen. In einer kleinen Ausstellung wird sie heute aufgearbeitet.
Auf dem Gang über die Dreiborner Hochfläche mit ihrer fantastischen Aussicht und beeindruckenden Flora, kann man die Eindrücke des heutigen Tages noch einmal auf sich wirken lassen, bis zum erneuten Etappenziel Einruhr.
GZ ca. 4 h, ca. 11 km, ↑ ca. 250 Hm ↓ ca. 450 Hm
5. Tag: Wolfgarten - Mariawald - Hasenfeld
Mit dem ÖPNV fahren wir in den kleinen Ort Wolfgarten, wo unsere heutige Wanderung durch den östlichen Kermeter, das Herzstück des NP, entlang der Naturwaldzelle Wiegelskammer beginnt. Hier kann man die natürliche Sukzession beobachten und Indikatorarten naturnaher Wälder, wie z.B. Schwarzspecht oder „Ästiger Stachelbart“ finden. Gegen Mittag gelangen wir zum ehemaligen Kloster Maria Wald. Ein historischer Ort, mit einer langer Pilgergeschichte erwartet uns. Von dort treten wir den Heimweg an und gelangen über die Staumauer zurück zur Unterkunft.
GZ ca. 5 h, ca. 14 km, ↑ ca. 250 Hm ↓ ca. 150 Hm
6. Tag: Tag zur freien Verfügung
Starten sie in Eigenregie einen Ausflug in die Region oder genießen sie den freien Tag in der gemütlichen Pension Diefenbach.
7. Tag: Mützenich Hohes Venn- Monschau Hasenfeld
Unser Bus bringt uns heute nach Mützenich auf den Parkplatz am Schmugglerdenkmal, von wo aus wir unsere Wanderung ins Hohe Venn starten. Das zwischen Belgien und Deutschland liegende, faszinierende Hochmoor wird uns schnell in seinen Bann ziehen. Für den Naturpark Nordeifel arbeiten beide Länder in enger Kooperation, um das sensible und komplexe Hohe Venn zu schützen und zu erhalten. Auf den schmalen Holzstegen kann man bei warmem Wetter schon mal Kreuzotter, Waldeidechse oder schwarze Heidelibelle beim Sonnenbad entdecken. Rechts und links der Stege wachsen Sonnentau, Wollgras oder das Gefleckte Knabenkraut, eine heimische Orchideenart.
Vorbei an sogenannten Palsen, Relikten aus der letzten Eiszeit, gelangen wir auf den Wanderweg, der uns in das historische Tuchmacherstädtchen Monschau führt. Allerorts trifft man hier auf Stellen, die auf die lange Geschichte der Tuchmacherkunst hinweisen. Heute ist Monschau, „die Perle der Eifel“, ein beliebter Ausflugsort, der mit seinen netten Cafés und Restaurant und vielen schönen Geschäften zum Verweilen einlädt.
Rücktransfer nach Hasenfeld. Gemeinsames Abendessen. Nach dem Abendessen treffen wir uns in gemütlicher Runde, um die Woche Revue passieren zu lassen, offene Fragen zu klären oder interessante Themen weiter zu diskutieren.
8. Tag: Hasenfeld - Schmidt - Hasenfeld
Auschecken aus der Pension Diefenbach. Die letzte Etappe unserer Reise starten wir direkt an der Pension und laufen Richtung Staumauer. Entlang des Uferwanderwegs können wir den Blick auf den See genießen, die hier lebenden Wasservögel beobachten und dem Treiben der Boote zuschauen. Wenden wir das Gesicht zur Hangseite, kreuzen Mauereidechsen und vielerlei Schmetterlinge unseren Weg. Auf nahezu ebener Fläche sammeln wir Kraft, um dann einen steilen Anstieg zum Ort Schmidt zu erklimmen. Versprochen: Die Mühe lohnt sich! Allein der schmale Pfad durch den Laubmischwald ist es schon wert. Wenn man dann auf der Hubertushöhe ankommt, weiß man warum sie landläufig als „Schöne Aussicht“ bekannt ist! Heute kann man diesen friedlichen Ort einfach genießen. Zum Ende des 2.Weltkriegs tobte rund um den Ort Schmidt im Hürtgenwald eine der schlimmsten Schlachten des Krieges. Wir werden ein letztes Mal auf diese schreckliche Zeit eingehen um uns dann wenige hundert Meter weiter einem weitaus erfreulicheren Thema zuwenden: dem Blick in die Sterne.
Lichtverschmutzung und die Probleme, die sie für nachaktive Tiere mit sich bringt, sind allerorts bekannt. Der NP Eifel gehört zu den wenigen Orten in Deutschland der als ausgewiesener Sternenpark noch immer zum Beobachten der Sterne einladen kann. Den Schutz der Nacht zu gewährleisten ist ein wichtiges Ziel. Von hieraus treten wir den Rückweg zur Unterkunft an und beschließen so eine erlebnisreiche Wander-Woche. Schön, dass Sie mit uns unterwegs waren!
Wetterbedingte oder durch sonstige, unvorhersehbare Ereignisse notwendige Programmumstellungen müssen wir uns vorbehalten!