Diese Kultur-, Natur- und Wanderreise führt Sie nach Rumänien an den Südrand der europäischen Karpatenkette. Sie verbindet ausgedehnte Wanderungen in zwei der wunderschönen und ursprünglichen Nationalparke des Landes mit einer Vielzahl kultureller Höhepunkte wie z.B. der Besuch der kontrastreichen und multiethnischen Hauptstadt des Banat, Timisoara, der märchenhaften Burg Hunedoara (dt. Eisenmark) oder des ältesten Klosters der Walachei. Bereichert wird die Reise durch die Begleitung von lokalen Guides und Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung.
Wandern Sie mit uns durch enge Schluchten mit rauschenden Wasserfällen und faszinierenden Kalktuffquellen und erleben Sie am "Eisernen Tor" zwischen Serbischem Erzgebirge und Banater Gebirge, den Donaudurchbruch, einen der imposantesten Flussdurchbrüche Europas. In den alten Wäldern streifen wir durch eines der letzten Wildnis-Gebiete Europas. An anderer Stelle ist die Flora fast mediterran: Bedingt durch das milde Klima können wir u.a. Flieder, Pimpernuss, Felsenbirge, Blumenesche oder Perückenstrauch entdecken. Auf den artenreichen Bergwiesen werden wir außerdem von einem Botanik-Experten begleitet, der uns die einzigartige Vielfalt näherbringen wird. Bei unseren Wanderungen gelangen wir auch zu kaum erschlossenen Streusiedlungen, in denen bis heute in Subsistenzwirtschaft gelebt wird.
Freuen Sie sich auf tiefe Einblicke in die Natur, Kultur und Geschichte des Landes!
Unterkünfte / Verpflegung:
Es erwarten Sie überall sehr komfortable Unterkünfte, in Timisoara sogar ein Vier-Sterne Quartier. Alle befinden sich an sehr speziellen Orten. Die Angebote der heimischen Gastronomie lassen wir uns keinesfalls entgehen. Sie sind es, die das Kennenlernen der anderen Kultur erst abrunden und es uns ermöglichen, Bescheidenheit und Genuss miteinander zu verbinden. Dabei lassen wir auch Geld in der Region – und bei den richtigen Leuten. Ein mehr als reichliches, landestypisches Abendessen ist immer im Preis eingeschlossen, auch Vegetarier*inen kommen auf ihre Kosten.
Wichtiger Hinweis:
In allen Unterkünften werden Sie in der von Ihnen gebuchten Kategorie (DZ oder EZ) untergebracht, mit Außnahme in Sasca Romana (2 Nächte). Hier sind nur Doppelzimmer möglich und Sie werden zu zweit in einem Zimmer untergebracht (gleichgeschlechtlich).
Schwierigkeitsgrad:
Der überwiegende Teil der Wanderungen entspricht den Schwierigkeitsgraden 2-3. Ein Tag (Tag 8) enthält eine deutlich anspruchsvollere Wanderung (Stufe 4). Selbstverständlich können Sie die Wanderung an diesem Tag auslassen und in der Unterkunft bleiben, falls sie Ihnen zu anspruchsvoll ist.
1. Tag: Anreise
Individuelle Anreise zum Wiener Hauptbahnhof. Empfang durch Ihre Reiseleiterin Michaela Wimmer und gemeinsame Fahrt mit dem Zug nach Rumänien (Abfahrt um 09:40 Uhr, Stand 2025). Ankunft in Arad gegen 18:30 Uhr (Stand 2025). Übernachtung in Arad oder nahe Arad.
2. Tag: Nördliches Banat – Timisoara – Hauptstadt des Banats
Auf dieser leichten Halbtagestour durch das nördliche Banat erfahren Sie die faszinierende Geschichte der Banater Siedler und sehen wunderschöne Orte, die diese hinterlassen haben. Besuch der ehemaligen Franziskanerkirche Maria von Radna als bedeutendster Wallfahrtsort ganz Westrumäniens und seit 30 Jahren päpstliche Basilika. Der zweite Teil der Tour führt uns nach Altringen, wo seit 1773 ein Dorfhaus steht. Das neugestaltete Schwabenhaus ist ein schönes Projekt, welches das Alte und das Neue zusammenführt. Zeit für Kaffee, Tee, Kuchen oder Mittagessen, dabei wird auf Hausmannskost Wert gelegt. Abschließend erkunden wir Charlottenburg, das einzige kreisförmige Dorf Rumäniens, von der österreichischen Verwaltung für 32 Siedlerfamilien erbaut, die 1771 dorthin kamen. Weiterfahrt mit dem Bus bis Timisoara. Erste Eindrücke bei einem gemeinsamen Spaziergang, dann Übernachtung in einem Hotel im Zentrum (2 Übernachtungen).
3. Tag: Timisoara - Hauptstadt des Banats
Die Kulturhauptstadt Europas 2023, die auch als Klein-Wien bezeichnet wird, überzeugt mit ihrer geschichtlichen und wirtschaftlichen Sonderstellung, der historischen Bausubstanz und pulsierendem Großstadtflair. Barock, Wiener Sezession, Fabrik und alternative Kunstszene: starke Kontraste! Die Multikonfessionalität der Stadt zeigt sich insbesondere auf dem zentralen Domplatz, wo sowohl der römisch-katholische Dom sowie die serbisch-orthodoxe Kirche stehen. Manche assoziieren Timisoara mit den Kampfhandlungen der Revolution von 1989, wo sie auch begann; deshalb wird die Stadt zurecht auch "Stadt der rumänischen Freiheit“ genannt. Mittlerweile hat sie sich zu einem High-Tech-Zentrum und einer besucher- und freizeitfreundlichen Stadt entwickelt. Vormittags Insiderspaziergang mit lokalem Guide. Nachmittag zur freien Verfügung.
4. Tag: Fahrt mit der Banater Semmeringbahn
Auf der Fahrt Besuch des Freilicht-Dampflokomotiven-Museums Reschitza mit 16 historischen Dampflokomotiven. Das Eisen- und Stahlrevier Reschitza stellte Stahl her und es wurden Maschinenfabriken und Lokomotiven für ganz Europa hier konstruiert oder in Lizenz produziert. Höhepunkt des heutigen Tages ist die 33 km lange Bahnfahrt nach Orawitz über Anina/Steierdorf auf der malerischen Banater Semmeringstrecke - über beeindruckende Viadukte und durch in den Fels gehauene Tunnel. Die Eisenbahnstrecke wurde 1863 als technische Meisterleistung eingeweiht und ist zweifellos eine der faszinierendsten Bahnstrecken Rumäniens. Busfahrt in den Nera Nationalpark. Übernachtung im Dorf Sasca Romana/ Deutschsaska (2 Übernachtungen).
5. Tag: Nationalpark Cheile Nerei mit Klammen und Wasserfällen
Heute werden wir vom Flora & Fauna Kenner Cristian begleitet: Der sympathische Vollblut-Banater führt uns mit profundem Wissen und großer Begeisterung. Das Banat kennt er bis in den letzten Winkel und war bis vor kurzem auch im Auftrag von WWF unterwegs. Wir wandern zuerst entlang der Susara zu Kalktuffkaskaden und zum Wasserfall. Dabei kommen wir durch ein Naturreservat, das auf dieser Strecke auch erste kleine Herausforderungen an den Wanderer stellt. Nach etwa zwei Kilometern wechselt man auf das linke Ufer, das kurzfristig etwas felsiger und abenteuerlicher ist, aber kein besonderes Training voraussetzt. Auf ebener Strecke am Bachufer entlang mit ca. 25 Meter Drahtseil als Geländer.
GZ 2 Stunden, 5 KM, insgesamt 300 Höhenmeter Auf- und Abstieg
Nach dem Mittagessen folgen wir dem Fluss Nera auf engen Pfaden und durch handgeschlagene Felstunnel. Der Fluss Nera im Nationalpark Cheile Nerei bildet eine spektakuläre ca. 30 km lange Karstschlucht. Hier ca. 5 Meter am Drahtseil als Geländer auf ebener Strecke.
GZ 2 h, 6 KM, 200 Höhenmeter
6. Tag: Wanderung am Grünen Band Europa und entlang des Donautals
Weiterfahrt donauabwärts, meist entlang des Flusses. Schon während der Fahrt begleiten uns beeindruckende Ausblicke auf die Flusstäler und Engstellen der Donau. Immer wieder öffnen sich Blicke auf steil aufragende Felswände, die von jahrtausendelanger Erosion geformt wurden. Die Landschaft zeigt sich dabei überraschend mediterran: Die submediterrane Vegetation mit Trockenrasen, Föhrenwäldern und wärmeliebenden Sträuchern lässt fast südländisches Flair aufkommen.
Wanderung am Grünen Band Europas in submediteraner Vegetation mit schönen Ausblicken auf die Donauengstellen. Der Pfad führt uns durch schattige Wälder, entlang schmaler Steige und vorbei an natürlichen Aussichtspunkten, von denen wir immer wieder spektakuläre Blicke auf die enge Flussschlucht und das tief unter uns liegende Donautal genießen können.
Übernachtung in einer Pension am Donauufer.
GZ 1,5 Stunden, 4 km, insgesamt 300 Höhenmeter Auf- und Abstieg
7. Tag: Bootsfahrt am Donaudurchbruch & historischer Kurort Herkulesbad
Mit Kleinbooten geht es durch die Engstellen am Donaudurchbruch „Eisernes Tor“, einer der spektakulärsten Flussdurchbrüche Europas! Anschließend Besuch der Kirche in Orsova: John Lennon und Nadia Comaneci in der katholischen Kirche als Fresken, die als einzige im kommunistischen Regime errichtet wurde. Führung. Weiter geht es nach Herkulesbad. Die Existenz der Siedlung ist durch eine römische Inschrift seit dem Jahr 153 n.Chr. bezeugt. In der Zeit des Römischen Reiches war Herkulesbad ein wichtiger Kurort, der nach dem griechisch-römischen Gott Herakles benannt wurde. Nachmittags erste kleine Wanderung im Nationalpark Domogled-Valea Cernei. Übernachtung in Herkulesbad (2 Übernachtungen).
GZ 2 Stunden, 2,5 km, insgesamt 550 Höhenmeter Auf- und Abstieg
8. Tag: Anspruchsvolle Wanderung im Nationalpark Cernatal
Der Nationalpark Cernatal gehört zu den schönsten und unberührtesten Landschaften Rumäniens. Auf einer ganztägigen, anspruchsvollen Wanderung tauchen wir ein in eine Region, die von traditioneller, montaner Subsistenzwirtschaft geprägt ist.
Zwischen dichten Wäldern, weiten Wiesen und abgelegenen Gehöften erleben wir eine faszinierende Kulturlandschaft, in der Natur und Mensch noch im Einklang stehen. Immer wieder eröffnen sich herrliche Ausblicke auf die umliegenden Karpaten.
GZ: 6-8 h, (reine Gehzeit 5 h) / 8km, 2000 Höhenmeter in Auf- und Abstieg
9. Tag: Wanderung zu urigem Weiler im Nationalpark Cernatal
Am Morgen unternehmen wir eine Wanderung durch das wildromantische Cernatal. Über eine schmale Holzstiege steigen wir hinauf zu einem abgelegenen Weiler – eine Ansammlung einfacher Holzhäuser, eingebettet in die bewaldeten Hänge des Tals. Hier scheint die Zeit stillzustehen.
Bei einer herzlichen rumänischen Bauernfamilie machen wir Rast und genießen eine kleine, einfache Brotzeit – ein authentischer Einblick in das ländliche Leben dieser Region.
Am Nachmittag fahren wir weiter zum Kloster Tismana, dem ältesten noch bestehenden Kloster der Walachei. Inmitten bewaldeter Hügel gelegen, beeindruckt es durch seine Geschichte, spirituelle Atmosphäre und schöne Lage.
GZ: 3 h/ 5 km, 900 Höhenmeter in Auf- und Abstieg
10. Tag: Tg.-Jiu, Hunedoara/ Eisenmark/Burg Corvin, Deva
Weltkulturerbe in Tg.-Jiu. Das monumentale Skulpturenensemble vom rumänischen Bildhauer Constantin Brancusi wurde in den Jahren 1935 bis 1938 geschaffen, seit 2024 in der Liste des Weltkulturerbes. Tor des Kusses, Tisch der Stille und Unendlichkeitssäule heißen die Kunstwerke. Sie sind ein Auftrag der Frauenliga, um die rumänischen Soldaten zu ehren, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Die Burg Hunedoara/Eisenmarkt gehört zu den wichtigsten Profanbauten Siebenbürgens, auf den Resten einer Wehranlage aus dem 14. Jhd. errichtet. Rückfahrt mit der Bahn von Deva über Budapest nach Wien Hbf. (unbegleitet).
11. Tag: Rückreise
Ankunft in Wien am Morgen.
Wetterbedingte oder durch sonstige, unvorhersehbare Ereignisse notwendige Programmumstellungen müssen wir uns vorbehalten!