Wir nehmen uns eine kleine Auszeit, wandern auf meist wenig begangenen Wegen, schauen auf leuchtende Moor-Seen (auch Moor-Augen genannt), genießen das Rauschen klarer Bäche und atmen frische Bergluft. Von den Gipfeln Rachel und Lusen genießen wir weite Panoramablicke als Zeugen einer sich weiter entwickelnden Waldwildnis des Nationalparks Bayerischer Wald.
„Lange Zeit mussten die Einheimischen mit ansehen, wie ihre geliebten Bäume dem Borkenkäfer zum Opfer fielen. Doch nun zeigt die Natur, welche Kraft sie hat, wenn man sie sich selbst überlässt. Ein Urwald wächst heran.“
(Zitat aus dem Buch Wildes Deutschland / National Geographic)
Der 1970 gegründete Nationalpark Bayerischer Wald ist der erste und älteste sowie der größte Wald-Nationalpark Deutschlands. Die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava (Böhmerwald) bilden zusammen das Herzstück des Grünen Dachs Europas und sind das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Im Nationalpark hat sich durch die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ eine einmalige Artenvielfalt entwickelt. Seltene Tiere wie Luchs, Fischotter, Auerhuhn oder Habichtskauz finden hier wieder ein Zuhause.
Auf dieser Reise erfahren Sie aus erster Hand viele Details und Hintergrundinformationen über diesen hochspannenden Prozess.
Hinweis zu den Wanderungen: Wir unternehmen Wanderungen, die eine gute Kondition von vier bis zu fünf Stunden Gehzeit und ca. 400 bis 600 Höhenmeter im Auf- und Abstieg voraussetzen.
1. Tag: Anreise
Individuelle Anreise zur Pension. Begrüßung gegen 18.30 Uhr und erstes Kennenlernen beim gemeinsamen Abendessen. Vorstellung des Programms der nächsten Tage. (A)
2. Tag: Nationalparkzentrum Lusen (Hans-Eisenmann-Haus)
Mit dem Igelbua fahren wir ins Nationalparkzentrum Lusen, um dort während eines Ausstellungs-besuchs den Nationalpark Bayerischer Wald kennen zu lernen. Eine Multivisionsshow gibt tiefe Einblicke in die einzigartige Waldnatur dieser Schutzregion. Nachmittags erkunden wir das weiträumige Tierfreigelände Neuschönau, um – mit etwas Glück – all die Tiere zu beobachten, die in dieser Region wieder leben oder gelebt haben. Inmitten der entstehenden Waldwildnis kann man auf über 200 Hektar rund 40 Säugetier- und Vogelarten beobachten, u.a. Luchse, Habichtskäuze, Wölfe, Wisente, Fischotter, Bären und Auerhühner: Die Tiere sind in großräumigen, naturnahen Gehegen und Volieren untergebracht. (F, LP, A)
GZ ca. 3 h, ca. 6 km, ↑ 50 Hm ↓ 50 Hm
3. Tag: Wanderung ins Waldgebiet Mauth – Steinbach – Steinbachklause - Felswandergebiet
Nach dem Frühstück nehmen wir den Igelbus ins Waldgebiet bei Mauth, wo ein zertifizierter Waldführer mit uns entlang des wildromantischen Steinbachs die landschaftsformenden Wasserbautätigkeiten einer Biberpopulation aufsucht. Picknick-Pause neben einer Schutzhütte an der Steinbachklause, einem Stauweiher zur Holztrift. Anschließend führt die Exkursion durch das Felswandergebiet, wo nach einem starken Borkenkäferbefall in den 1990er-Jahren das Totholz riesiger Fichten eine humusreiche Grundlage für einen natürlichen Mischwald bereitstellt. Über verschlungene Pfade geht es weiter zum Nationalparkzentrum Neuschönau, wo uns der Igelbus erwartet und zur Unterkunft zurückfährt. (F, LP, A)
GZ ca. 4,5 h, ca. 12 km, ↑ 300 Hm ↓ 300 Hm
4. Tag: Waldhäuser - Neuschönau
Morgens bringt uns der Igelbus zum Wanderparkplatz „Waldhausreibe“ in der Nähe von Waldhäuser, in den Hochlagen des westlichen Lusenmassivs. Dort beginnt unsere Wanderung mit einem Waldführer über schmale, urwüchsige Pfade durch die sich ungestört entwickelnde Urwaldlandschaft von morgen. Picknick-Pause auf dem Schachten „Tummelplatz“, einer ehemaligen Vieh-Hochweide auf fast 1.150 m Höhe, die heute noch extensiv von Schafen offengehalten wird. Entlang eines Waldbaches gelangen wir zur Bushaltestelle am Nationalparkzentrum Neuschönau. Rückfahrt mit dem Igelbus zur Pension. (F, LP, A)
GZ ca. 4,5 h, ca. 12,5 km, ↑ 250 Hm ↓ 600 Hm
5. Tag: Finsterau – Tschechische Grenze – Reschbachklause - Schwarzbachklause
Diesmal führt uns die Busanreise hinter Finsterau bis fast zur tschechischen Grenze, wo der Nationalpark Bayerischen Wald an seinem deutlich größeren Pendant, dem Nationalpark Šumava, dem Nationalpark Böhmischer Wald, anschließt. Von dort aus schlängelt sich ein uriger Pfad entlang eines ehemaligen Triftkanals zur Reschbachklause, dem höchstgelegenen Stauteich des Nationalparks, der früher der Holztrift diente. Weiter geht des parallel zum Grenzgrat durch ein hoch gelegenes Wald-Wildnisgebiet, wo die morschen Fichtenstämme eines ehemaligen Borkenkäferbefalls langsam, von Moosen und Flechten überwachsen, Teil des humosen Waldbodens werden.
Das Picknick wird an der „Schwarzbachklause“, einer Ranger-Diensthütte, neben dem Schwarzbach eingenommen. Über einen herrlich urwüchsigen Waldpfad mit dichtem Unterwuchs und reichlich Totholz geleitet uns der Waldführer an Stellen, wo bereits der Eindruck entsteht, wie ein Urwald aussehen könnte. (F, LP, A)
GZ ca. 4,5 h, ca. 10 km, 150 Hm ↓ 320 Hm
6. Tag: Martinsklause - Rachelsee - Rachel
Heute steht die Erkundung des Rachel-Massivs auf dem Programm. Der Igelbus fährt uns bis nach Waldhäuser, von wo wir bergauf zur „Martinsklause“gehen, einem weiteren Holztrift-Stauteich. Von dort weiter über einen felsigen Bergpfad, dann über einen abwechslungsreichen Höhenweg abseits ausgetretener Touristenrouten. In dieser faszinierenden „Bergwaldwelt“ lässt sich aufkommender Urwald gut betrachten und genießen. Höhepunkt der Exkursion ist der Rachelsee, einer der wenigen eiszeitlichen Karseen des Nationalparks, den der kleine Rachel-Gletscher geformt hat. Rückfahrt zum Quartier mit dem Igelbus. Falls die Kondition noch ausreicht, werden wir noch einen kleinen Abstecher durch die Waldlandschaft bis zur nächsten Bushaltestelle einbauen, von wo dann die Heimfahrt angetreten würde. (F, LP, A)
GZ ca. 5,5 h, ca. 14 km, ↑ 250 Hm ↓ 450 Hm
7. Tag: Klosterfilz – ehem. Goldwaschplatz
Am letzten Tag wird das Klosterfilz, unweit von Riedlhütte erkundet, eines der größten Hochmoore des Nationalparks. Unser Waldführer zeigt uns einen ehemaligen Goldwaschplatz, wo im späten Mittelalter tatsächlich – allerdings mit nur mäßigem Erfolg - nach Gold geschürft wurde. Weiter geht’s über Holzbohlenstege mittlen in das „Filz“, wie die Hochmoore hier genannt werden, wo an jeder Ecke die (Fraß-)Spuren und die großartigen Staudämme der Biber zu sehen sind. Diese tierischen Land-schaftsgestalter sorgen auf ganz natürlicher Weise und kostenlos für eine effektive Wiedervernässung der Moorlandschaft. Auf einer Rundwanderung um das Filz vertiefen wir die Pflanzen- und Tierkennt-nisse, die wir in dieser Woche erworben haben.
GZ ca. 4,5 h, ca. 13km, ↑ ca. 150 Hm ↓ ca. 150 Hm
8. Tag: Heimreise
Individuelle Abreise nach dem Frühstück. (F)
Wetterbedingte oder durch sonstige, unvorhersehbare Ereignisse notwendige Programmumstellungen müssen wir uns vorbehalten!