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© Hotel am Chlodwigplatz
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Köln und die Kohle

Eine beeindruckende Reise in das Rheinische Braunkohlerevier

Vor den Toren von Köln liegt das größte deutsche Braunkohlerevier – und doch denken wir bei Köln eher an Dom, Kölsch und Karneval. Diese Reise gibt eine neue Perspektive auf die altbekannte Domstadt und zeigt, wie sich eine ganze Region in der Zeit nach dem Kohleausstieg verändern wird. Wir wandern über den rekultivierten ehemaligen Tagebau Frechen, werfen einen Blick in den noch aktiven Tagebau Hambach, lassen uns von einem umgesiedelten Zeitzeugen seine neue und alte Heimat zeigen, besichtigen das gerettete Reststück des Hambacher Walds – und eine Stadtführung durch Köln darf bei der Reise natürlich auch nicht fehlen...

Unterkunft: Hotel am Chlodwigplatz. Das Hotel liegt wurde 1890 erbaut und steht unter Denkmalschutz. Seit Beginn ist es familiengeführt, wurde zwischenzeitlich kernsaniert und nutzt heute ausschließlich Ökostrom und Fernwärme. Die Zimmer sind mit Dielenboden, Massivholzbetten, Waschtisch mit Fön im Zimmer, kleinem, aber modernem Bad, Fernseher und WLAN ausgestattet. Kein Aufzug vorhanden. Direkt im Haus befindet sich zudem die Café-Bar Armer Ritter Mehr Informationen finden Sie unter https://hotel-chlodwigplatz.koeln/.

Anreise: Köln Hbf. Mehr Informationen finden Sie unter dem Reiter "Anreise".

Hinweise zu den Fahrrädern: Im Reisepreis sind herkömmliche Fahrräder für Tag 3 inklusive. Bitte geben Sie bei Anmeldung an, falls Sie ein Fahrrad mit tiefem Einstieg benötigen. Bitte geben Sie ebenfalls an, falls Sie stattdessen ein E-Bike ausleihen möchten (Aufpreis von 10 Euro).

Hinweis zum Transport vor Ort: Bitte beachten Sie, dass die Fahrten mit dem ÖPNV nicht inkludiert sind, da mittlerweile viele unserer Gäste das Deutschlandticket besitzen, welches diese Fahrten abdeckt. Sollten Sie kein Deutschlandticket haben, müssten Sie mit knapp 25 Euro pro Person für die Bahntickets rechnen.

1. Tag: Anreise

Individuelle Anreise. Empfang durch die Reiseleitung um 18:30 Uhr im Hotel. Anschließend Vorstellungsrunde und Kurzvortrag zur Geschichte des Rheinischen Braunkohlereviers bei einem gemeinsamen Abendessen im Johann Schäfers Brauhaus (Selbstzahlung). Ein richtig kölsches Brauhaus – und doch ganz anders, als man es kennt. Neben Bio-Bier aus der Eifel gibt es hier die fleischhaltigen Brauhaus-Klassiker sowie einige vegetarische und vegane Optionen.

2. Tag: Köln und die Kohle

Nach dem Frühstück machen wir eine Führung durch die Kölner Innenstadt und besichtigen dabei auch den Dom von außen. Anschließend erklimmen wir die 533 Treppenstufen bis zur Aussichtsplattform des Südturms (kein Aufzug, Schwindelfreiheit wichtig!), wo wir bei gutem Wetter nicht nur eine perfekte Sicht über ganz Köln haben, sondern auch die dampfenden Kühltürme der Braunkohlekraftwerke vor den Toren der Stadt sehen. Nach der Mittagspause, die wir in einem Café in der Kölner Innenstadt verbringen (Selbstzahlung), fahren wir mit der Bahn raus aus Köln und wandern durch die herrlich grünen Wälder der Ville. Dass hier, nur wenige Kilometer von der Kölner Innenstadt entfernt, vor 100 Jahren alles Grube war, kann man sich heute nur noch schwer vorstellen. Doch mit sachkundigem Blick und ausgestattet mit alten Karten und Luftbildern, entdecken wir noch die ein oder andere Spur der Braunkohle. Dabei führt uns die Wanderung auch durch eine der ersten Bergarbeitersiedlungen des Grubenlands und wir kommen vorbei an einem Ort, wo bereits vor 250 Jahren Braunkohle abgebaut wurde. In Brühl steigen wir wieder in die Bahn und fahren zurück nach Köln, wo wir in der Brauwelt Köln zu Abend essen (Selbstzahlung). Die sogenannte „Zechen-Brauerei Sünner“ ist die älteste noch heute produzierende Kölsch-Brauerei in Köln. An ihrem Standort befand sich in den 1850er Jahren die einzige Braunkohlezeche Kölns. Doch der Abbau musste aufgrund von eintretendem Grundwasser schon bald aufgegeben werden. Was für den Braunkohleabbau von Nachteil war, wurde für die Brauerei zum Vorteil. Denn sie nutzte das in den ehemaligen Kohleschacht eintretende Wasser als Brauwasser. Neben klassischer Brauhausküche gibt es natürlich auch vegetarische und vegane Optionen. (F)

15 km zu Fuß

3. Tag: Der Tagebau Hambach – Das größte Loch Europas

Am Hauptbahnhof Köln leihen wir uns Fahrräder für die heutige Tour aus und steigen anschließend in die S-Bahn, die uns direkt ins Grubenland bringt. Dort angekommen fahren wir in das komplett neu errichtete Dorf Morschenich. Es entstand, weil das alte Dorf dem Tagebau Hambach weichen sollte. Zusammen mit Bernd Servos, einem Umgesiedelten, besichtigen wir diesen Umsiedlungsort. Wie läuft so ein Umsiedlungsverfahren ab und wie hat er, als betroffener Bürger, diese Zeit erlebt? Diese Fragen beantwortet uns Bernd Servos bei einem Dorfspaziergang durch seine neue Heimat. Doch der vorgezogene Kohleausstieg hat zu einer einzigartigen Wendung in der Geschichte des Grubenlands geführt: Wegen der Verkleinerung des Tagebaus Hambach kann das alte Heimatdorf von Bernd Servos nun doch stehen bleiben! Auch das alte Dorf, das mittlerweile weitestgehend verlassen ist und auf eine Revitalisierung wartet, besichtigen wir mit Bernd Servos. Zur Mittagspause machen wir ein Picknick im alten Dorf am Tagebau Hambach, für das wir den Proviant vorab in Köln einkaufen (Selbstzahlung). Anschließend fahren wir zu einem Aussichtspunkt mitten im Wald. Hier werfen wir den ersten Blick in das größte Loch Europas, in dem noch bis 2029 Kohle gefördert werden soll. Direkt neben dem Aussichtspunkt ist der Verladebahnhof der Kohlebahn, wo die Züge wie von Geisterhand beladen werden. Unsere Radtour führt uns anschließend für einen kurzen Besuch in den Hambacher Wald und in die nahegelegene Wüstung Manheim. Vom ehemals 1.700 Einwohner*innen zählenden Dorf sind heute nur noch ein paar Häuser und die Kirche übrig. Direkt daneben: Die Grube. Wie geht es hier weiter und warum kann die Kirche als einziges Gebäude nun doch stehen bleiben? Damit beschäftigen wir uns, bevor wir zum Aussichtspunkt Forum Terra Nova fahren, an dem wir einen letzten Blick ins Loch werfen, bevor es mit der S-Bahn zurück nach Köln geht, wo wir die Fahrräder am Hauptbahnhof wieder zurückgeben. Abendessen im Restaurant frau maher. Hier wird aus regionalen und saisonalen Lebensmitteln raffiniert gekocht: Vegan, vegetarisch, fleischhaltig oder mit Fisch (Selbstzahlung). (F)

45 km mit dem Fahrrad

4. Tag: Rekultivierung und Umsiedlung – unterwegs am ehemaligen Tagebau Frechen

Vom Hotel aus geht es mit Bus und Bahn wieder vor die Tore Kölns. Unsere Wanderung beginnt am natürlich wirkenden Otto-Maigler-See – der allerdings komplett künstlich angelegt wurde. Vor 70 Jahren stand hier noch das Dorf Berrenrath, dessen 2.000 Einwohner*innen für den Tagebau Gotteshülfe umgesiedelt wurden. Am ehemaligen Standort der Dorfkirche beschäftigen wir uns mit der mangelnden Erinnerungskultur im Grubenland und besichtigen anschließend das in den 1950er Jahren neu entstandene Umsiedlungsdorf. Danach wandern wir über einen rekultivierten Tagebau zum Schloss Türnich. Das Schloss zählt zu den bedeutendsten Spätbarockschlössern des Rheinlands. Doch die Absenkungen des Grundwassers für den nahegelegenen Braunkohleabbau haben für starke Bergschäden am Gebäude gesorgt. Das Herrenhaus ist seit den 1970er Jahren daher unbewohnbar und kann nur von außen besichtigt werden. Im Schlosscafé, das in den ehemaligen Stallungen untergebracht ist, verbringen wir unsere Mittagspause (Selbstzahlung). Hier werden ausschließlich biologische Lebensmittel verarbeitet, teils sogar aus eigenem Demeter-Anbau des Schlosses. Nach der Mittagspause geht es weiter zum ehemaligen Tagebau Frechen. Wo sich bis 1986 noch die Bagger durch das Erdreich gruben, sind heute Felder, Wälder und ein kleines Naturschutzgebiet, durch das wir wandern. Auf dem Weg beschäftigen wir uns mit den Dörfern, die dem Tagebau Frechen weichen mussten, und auf dem Marienfeld erfahren wir, warum das Gelände nach seiner Rekultivierung päpstlichen Segen erfahren hat. Anschließend nehmen wir in Horrem eine S-Bahn oder einen Regionalzug nach Köln. Bei einem gemeinsamen Abendessen (Selbstzahlung) lassen wir die gemeinsamen Tage Revue passieren. (F)

23 km zu Fuß

5. Tag: Heimreise

Frühstück im Hotel und individuelle Heimreise. (F)



Wetterbedingte oder durch sonstige, unvorhersehbare Ereignisse notwendige Programmumstellungen müssen wir uns vorbehalten!

  • 4x Übernachtung im DZ mit Dusche/WC inklusive Frühstück

  • Alle Wanderungen und Besichtigungen/Führungen laut Programm

  • Fahrradleihe 3. Tag

  • Reiseleitung

  • Umfassende Informationen zum Reisegebiet von Ihrem Reiseleiter inklusive Literaturempfehlungen vor Anreise

  • „Nationalpark-Magazin" + Antrag auf ermäßigtes Probeabo

Anreise: Köln Hbf.

Vom Hauptbahnhof sind es etwa 40 Minuten zu Fuß zum Hotel. Alternativ können Sie verschiedene Busse nehmen und benötigen etwa 20 Minuten (Fahrpläne unter https://www.kvb.koeln/).

Yannick Rouault

Seit er 2012 das erste Mal ins Rheinische Braunkohlerevier kam, hält der gebürtige Münchner die Umbrüche und Herausforderungen einer einzigartigen Region mit seiner Fotokamera fest. Er hat Lützerath verschwinden sehen, im Hambi das Klettern gelernt und arbeitet an Erinnerungsformaten für die bergbaubedingten Umsiedlungen von 45.000 Menschen. Das Rheinische Braunkohlerevier ist mittlerweile zu seiner zweiten Heimat geworden und er begleitet als Fotograf, Geschichtenerzähler und Reiseleiter die Region aus nächster Nähe beim anstehenden Kohleausstieg und dem Strukturwandel.

Reise Buchendrucken

Reise-Datum 03.06.-07.06.27

Noch Plätze vorhanden
Verfügbarkeit Einzelzimmer
Verfügbarkeit Doppelzimmer
Preis
ab 810 Euro
Mehr Informationen >

Preise

Mitgliederpreis pro Pers. im Doppelzimmer 810 Euro
Normalpreis pro Pers. im Doppelzimmer 835 Euro
Einzelzimmerzuschlag 65 Euro
3% Frühbucherrabatt auf den Grundpreis im DZ oder EZ
(bei Buchung bis 31.01.2027)
0 Euro
Reiserücktrittskosten-Vers. ohne Selbstbehalt
(4,6 % vom Gesamtreisepreis), ab
37 Euro
Reiserücktrittskosten-Vers. ohne Selbstbehalt
Versicherungspaket inkl. Reiserücktrittskosten-, Reiseabbruch-, Reisekranken- und Reisegepäckversicherung (6,4 % vom Gesamtreisepreis), ab
52 Euro
Aufpreis E-Bike
(auf Anfrage)
10 Euro

Gruppen-Größe

10 - 15 Personen

Schwierigkeit

Stufe

Mehr Informationen >

Stufe 2-3


  • ca. 4-6 Stunden Gehzeit
  • maximal 400 m-800 m Höhenunterschied
  • Einwandern vor der Reise ist sinnvoll (Kondition)
  • Wanderschuhe und Wanderkleidung wird empfohlen

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